Beim Bau einer Kabelanlage ist die Isolierung schnell beschädigt – das verlängert das Projekt und verursacht zusätzliche Kosten. Deshalb sind die richtige Ausrüstung sowie bewährte Praxis und Arbeitsschutzregeln unerlässlich. Nicht ohne Grund kommen scheinbar einfache Hilfsmittel wie GFK-Einziehstäbe oder Kabelziehstrümpfe zum Einsatz.
Methoden der Kabelverlegung
Bei der Kabelverlegung gibt es viele Risikofaktoren, die Schäden verursachen können, etwa unebenes Gelände, zu hohe Zuggeschwindigkeit oder Zugkraft oder eine falsche Kabelführung in Knicken. Zu beachten sind elektrische, umweltbedingte und mechanische Schäden. Um sie zu vermeiden, werden drei verschiedene Zugmethoden eingesetzt:
- mit einem speziellen Kabelziehkopf,
- mit einer speziell aufgepressten Zugöse, über die am Leiter des Kabels gezogen wird,
- mit einem Ziehstrumpf, der am Außenmantel des Kabels zieht (Kabelziehstrumpf).
Unabhängig von der Zugmethode lassen sich Torsionskräfte auf das Kabel nicht vermeiden, sodass ein Beschädigungsrisiko besteht. Neben Ausrüstung wie dem hydraulischen Presswerkzeug werden daher Wirbel (Drallfänger) eingesetzt, die diese Kräfte ausgleichen. Wirbel mit Wälzlager dürfen hier jedoch nicht verwendet werden, da sie für Freileitungen und nicht für Kabelanlagen bestimmt sind.
Die Winde muss außerdem gut verankert sein, damit sich ihre Position beim Verlegen nicht verändert. Auch die Wahl der Winde ist wichtig: Sie sollte möglichst eine automatische Zugkraftbegrenzung haben, die den Antrieb abschaltet, sobald der maximal zulässige Wert erreicht ist. Ebenso sind die zulässigen Biegewerte des Kabels einzuhalten. Beachten Sie, dass der zulässige Biegeradius gilt, wenn keine Längskräfte auf das Kabel wirken. Er ist maßgeblich, wenn das Kabel in Betriebsmittel wie Schaltanlagen eingeführt oder an Freileitungsmasten hochgeführt wird. Der zulässige Biegeradius darf jedoch nicht mit dem Radius eines Trassenbogens gleichgesetzt werden. Dieser ist ein anderer Wert und bezieht sich auf die Biegung des Kabels auf der Trasse unter Längszug – also unter der Wirkung der Winde. Deshalb müssen Eckrollen aufgestellt werden, um Schäden zu vermeiden.
Wie läuft der maschinelle Kabelzug ab?
Für den maschinellen Kabelzug ist eine Winde erforderlich. Neben Verankerung und Zugkraftkontrolle ist auf die vorgeschriebene Geschwindigkeit zu achten: Sie sollte gleichmäßig von 0 auf höchstens 25 m/min gesteigert werden. Außerdem muss die Winde während des Zugs überwacht werden.
Das Kabel kann auf verschiedene Weise gegriffen werden. Eine einfache Lösung ist eine vom Hersteller montierte Zugöse. Alternativ kann einfach ein Kabelziehkopf verwendet werden. Wird das Kabel über einen aufgepressten Kabelschuh gezogen, muss es gegen Feuchtigkeit und Schmutz geschützt werden – meist mit Band oder Schrumpfschlauch. Zum Greifen des Kabels eignet sich auch ein Kabelziehstrumpf, einfach oder dreifach. Ziehstrümpfe für Freileitungen dürfen wegen der abweichenden Kenndaten jedoch nicht verwendet werden.
Von der Art der Befestigung hängt ab, welches Stück anschließend abgeschnitten werden muss. Wird das Kabel am Hauptleiter gezogen, sind 0,5 Meter abzuschneiden, bei Verwendung eines Ziehstrumpfs 110 % seiner Länge. Auf der Trasse sind außerdem Kabelrollen erforderlich: Am verbreitetsten sind natürlich V-Kabelrollen, meist werden aber auch Durchlauf- und Endrollen benötigt. Beim Kabeleinzug helfen auch sehr einfache Geräte wie Kabeleinziehgeräte.
Dürfen Kabel von Hand getragen werden?
Das Tragen von Kabeln von Hand ist zulässig, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Erstens muss der Beschäftigte das Kabel mit beiden Händen halten. Zweitens darf das Kabel beim Tragen nicht am Boden oder an anderen Teilen schleifen. Auch der zulässige Biegeradius ist einzuhalten, damit keine Schäden entstehen. Solche Arbeiten sollten nicht allein ausgeführt werden, denn die Last pro Person darf 25 kg nicht überschreiten, und der Abstand zwischen den Personen darf höchstens 4 Meter betragen. Unzulässig ist z. B. das Tragen des Kabels auf der Schulter.
Auch das Auslegen des Kabels von Hand ist nur in bestimmten Fällen möglich – bei einem kurzen Abschnitt von höchstens 100 Metern ohne lange Durchführungen. Das Kabel wird in Schlaufen am Grabenrand ausgelegt und dann entgegen der Legerichtung der Schlaufen in den Graben gezogen. Die Beschäftigten sollten in Gruppen eingeteilt werden: Die erste zieht das Kabelende, die nächste überwacht den Zug und die Lage des Kabels auf den Rollen.
Kabelanlagen sind weniger störanfällig und sicherer als Freileitungen. Wegen der recht hohen Investitionskosten ist es jedoch sehr wichtig, die bewährte Praxis einzuhalten, damit die verlegten Kabel nicht beschädigt werden.